Die Konzertsaison 2010/2011

des Bielefelder Musikvereins e.V.



Leitung: Wolfgang Helbich



Erstes Saisonkonzert

Freitag, 29. Oktober 2010 - 20 Uhr - Rudolf-Oetker-Halle

Giuseppe Verdi (1813 - 1901): Messa da Requiem

Ein Jahr nach dem Tode seines Freundes Alessandro Manzoni im Jahre 1873 entschließt sich Giuseppe Verdi dem „Libera me“ – 1868 zu Ehren Gioacchino Rossini entstanden – sechs weitere Sätze hinzuzufügen. Er dirigiert die Uraufführung seines Requiems, das danach einen Siegeszug in der musikalischen Welt antritt, jedoch in die Konzertsäle verbannt wird. Verdis Kritiker meinten, das Requiem sei keine liturgisch verwendbare Totenmesse, sondern ein Konzertstück. In der Tat hat Verdi einiges aus der italienischen Oper in sein Requiem übernommen. Die Farbenpracht des Orchesters jedoch untermalt den Vokalteil und verleiht damit dem Text der Totenmesse eine erschütternde Ausdruckskraft.

Zweites Saisonkonzert

Donnerstag, 23. Dezember 2010 - 20 Uhr - Rudolf-Oetker-Halle

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Weihnachts-Oratorium, BWV 248


Das Weihnachtsoratorium erzählt die Weihnachtsgeschichte von der Geburt Christi nach dem Evangelisten Lukas. Bach bedient sich bei diesen Kantaten im hohen Maße der Parodierpraxis, das heißt, er verwendet Kompositionen aus früheren Werken. Der Bachforscher Philipp Spitta vermutete schon, dass Bach ganz bewusst die Vorlagen aus seinen weltlichen Kantaten nahm (die meist nur für einen einzigen Tag geschrieben wurden, wie zum Geburtstag oder zu anderen Anlässen eines Fürsten) und sie „jetzt in ihre eigentliche Heimath zurückgab, wenn er sie zu Kirchenmusiken umwandelte.“ Wie einzigartig Johann Sebastian Bach den Jubel und die Huldigung über die Geburt Christi in Musik umsetzt, macht dieses Kantatenwerk zu einem unumgänglichen Bestandteil der winterlichen Festzeit.

Drittes Saisonkonzert

Gründonnerstag, 21. April 2011 - 20 Uhr - Rudolf-Oetker-Halle

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Matthäus-Passion, BWV 244

Die Matthäus-Passion wurde am Karfreitag im Jahre 1729 oder möglicherweise schon zwei Jahre zuvor uraufgeführt. Sie offenbart sich als eine der seltenen Schöpfungen der Musikgeschichte, in denen sich die zeitlose Vollkommenheit der Kunst widerspiegelt. Gerade in diesem Werk zeigt Bach sich als das Genie des Barock. Die Rolle der Arien und des Chores entfaltet Bach mit einer schier unglaublichen Einfallskraft, dass der Eindruck eines Dramas auf der Bühne entsteht.
Doch zu Bachs Lebzeiten wurde die Passion wenig beachtet von den Pietisten sogar angefeindet. Glücklicherweise erlebt sie im Jahre 1829 durch Felix Mendelssohn Bartholdy und seiner Berliner Singakademie eine Renaissance und gilt seit dieser Zeit als Gipfelwerk ihrer Gattung.