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Die
Konzertsaison 2009/2010
des
Bielefelder Musikvereins e.V.
in der Rudolf-Oetker-Halle, jeweils 20 Uhr
Leitung: Wolfgang
Helbich
Erstes
Saisonkonzert am 9. Oktober
2009
Joseph
Haydn
(1732-1809): Stabat Mater
Der
Text der
mittelalterlichen Mariensequenz aus dem 13. Jahrhundert dichtete ein
Franziskanermönch. Joseph Haydn hat 20 Strophen in 13 Abschnitte
gegliedert und sich bemüht, trotz der Tragik der Leidensgschichte
Jesu keine musikalischen Abgründe zu komponieren. Als man Haydn den
heiteren Charakter zum Vorwurf machte, erwiderte er: „Da mir Gott
ein fröhliches Herz gegeben hat, so wird er es mir schon verzeihen,
dass ich ihm auch fröhlich diene.“
Messe
d-Moll (Missa in Angustiis)
Haydn
schrieb
seine Nelson Messe im Jahre 1798, dem Jahr in dem auch die Schöpfung
entstand. Viele Geschichten und Vermutungen ranken sich um den Namen
der Messe. Im Werkekatalog 1805/06 heißt sie Missa in angustiis
(Messe in Bedrängnis) , was zur Zeit der napoleonischen Kriege nicht
verwundert. Der unvermutete Sieg Lord Nelsons über die Franzosen bei
Abukir begründete die Umbenennung der Messe in "Nelson-Messe".
Zweites Saisonkonzert am
30. Januar
2010
Konzert
für Chor und Bläser
Giovanni Gabrieli
(1557? – 1612/13): Sonata pian e forte
Heinrich
Schütz (1585-1672): Gesang
der drei Männer im feurigen Ofen
Igor Strawinsky
(1882-1971): Messe
Strawinsky vollendete die Messe für
Chor und doppeltes Bläserquintett im Jahre 1948. Die Uraufführung
fand in der Mailänder Scala statt. Trotz ihrer asketischen
Einfachheit ist die Messe kein schlichtes liturgisches Gebrauchswerk,
sondern eher eine künstlerische Stilisierung. Strawinsky geht mit
dieser Messe den eingeschlagenen musikalischen Weg der
Psalmensymphonie weiter. Eine Komposition von höchst persönlicher
Prägung.
Anton Bruckner
(1824-1896):
Messe
Nr. 2 e-Moll
Anton
Bruckner komponierte seine Messe
für 8-stimmigen gemischten Chor und Blasorchester für die
Votivkapelle (Dankkapelle) des neuen Linzer Doms. Eine sinfonische
Orchesterbesetzung ließen die äußeren Umstände nicht zu, da die
Uraufführung unter freiem Himmel stattfand. Bruckner verzichtet bei
dieser Messe weitgehend auf die romantischen Klangmittel seiner Zeit,
und orientiert sich stattdessen an der Vokalpolyphonie der Renaissance.
Dieser strenge Stil in Verbindung mit der kargen Intrumentalbesetzung
macht den Reiz dieser einzigartigen Messe aus.
Drittes Saisonkonzert
Termin: 7. Mai 2010, 20 Uhr, Rudolf-Oetker-Halle, Bielefeld
19:15 Uhr:
Einführungsvortrag zum Konzert durch Jón Philipp von Linden, Musikdramaturg Städtische Bühnen Bielefeld
Johann Sebastian Bach (1685-1750): Himmelfahrtsoratorium, BWV 11
Das
Himmelfahrtsoratorium wurde wahrscheinlich im Jahre 1735 komponiert. In
der alten Bach-Gesamtausgabe (BGA) war es bei den Kantaten unter dem
Namen „Lobet Gott in seinen Reichen“ eingeordnet. Aufgrund
seiner biblischen Handlung, eines Evangelisten , Rezitativen und
anderen Personen wird es später folgerichtig den Oratorien
zugeordnet. Bach selbst bezeichnete es als „Oratorium in Festo
Ascensionis“. Die Texte entnahm Bach den Evangelien von Lukas und
Markus sowie der Apostelgeschichte. Die Musik stammt in großen
Teilen aus früheren Werken: Die herrliche Altarie z.B. stammt aus
der h-Moll-Messe, wo sie im „Agnus Dei“ als „Qui
tollis“ zu hören ist; der festliche Eingangschor entstand
ursprünglich 1732 zur Einweihung der Thomasschule als
„Froher Tag verlangte Stunde“ und ließ sich bestens
zur Vertonung der triumphalen Freude über die Himmelfahrt des
auferstandenen Christus wieder verwenden.
Albert Lortzing
(1801-1851): Die Himmelfahrt Jesu Christi
Albert
Lortzing, bekannt als
Opernkomponist, entstammte einer Theaterfamilie. So wundert es nicht,
dass er Komponist, Sänger, Schauspieler und Kapellmeister war. Sein
einziges geistliches Werk, das Oratorium „die Himmelfahrt
Jesu Christi“ wurde im Jahre 1828 in Münster uraufgeführt. Seine
Kritiker behaupteten, es sei eine religiöse Oper. Dagegen war in der
Zeitschrift: der Opernfreund zu lesen: „Allerdings, und das
ist die große Überraschung, an vielen Stellen blitzt eine
musikalische Größe auf, die das Werk in die Nähe von Fidelio
wuchtet. Ein Muss für alle Musikfreunde.“ Nach einigen
weiteren Aufführungen (u.A. in Osnabrück) geriet das Werk in
Vergessenheit, vermutlich weil es im Schatten der extrem erfolgreichen
Opern Lortzings stand.
Wir wollen zeigen, dass Lortzings Oratorium zu Unrecht vergessen worden
ist.
Sopran: Susanne Winter
Alt: Kaja Plessing
Tenor: Niklas Vepsä
Bariton: Michael Dahmen
Bass: Sebastian Pilgrim
Chor des Musikvereins der Stadt Bielefeld und die Bielefelder Philharmoniker
Einstudierung: Bernd Wilden und Wolfgang Helbich
Leitung: Wolfgang Helbich
Sonderkonzert
Gustav Mahler
(1860-1911): Symphonie Nr. 8 Es-Dur "Symphonie der Tausend"
Termine: 9. und 11. Juli 2010, 20 Uhr, Rudolf-Oetker-Halle, Bielefeld
"Können
Sie sich eine Symphonie vorstellen, die von Anfang bis Ende
durchgesungen wird? (…) Es ist doch eigentlich merkwürdig,
dass niemand bisher auf diese Idee verfallen ist – es ist doch
das Ei des Kolumbus, die 'Symphonie an sich', in der das schönste
Instrument, das es gibt, seiner Bestimmung zugeführt
wird…", schrieb Gustav Mahler seinem Biografen Richard Specht.
Mahlers Achte, die Symphonie der Tausend, ist wahrhaft ein Unikat in
der Musikgeschichte, vorbereitet von Beethovens Neunter. Im bis dahin
unerhörten Jubel des Hymnus Veni, creator spiritus ("Komm,
Schöpfer Geist") und dem zweiten Teil, der scheinbar ganz
heterogenen "Antwort" hierauf, der Schlussszene aus Goethes Faust II,
steigert sich die in allen Mahler-Symphonien omnipräsente
Weltanschauung zu einer gewaltig dimensionierten, gleichwohl mystischen
Suche nach den letzten Dingen. "Es ist das Größte, was ich
bis jetzt gemacht. Und so eigenartig in Inhalt und Form, dass sich
darüber gar nicht schreiben lässt. – Denken Sie sich,
dass das Universum zu tönen und zu klingen beginnt. Es sind nicht
mehr menschliche Stimmen, sondern Planeten und Sonnen, welche kreisen",
so Mahler 1906 an Willem Mengelberg. Peter Kuhns Abschiedskonzert als
Bielefelds Generalmusikdirektor vereint Sängerscharen aus mehreren
Bielefelder Chören mit Solisten und Chören des Theater
Bielefeld, außerdem "sein" neues Orchester, die Bergischen
Symphoniker, mit den Bielefelder Philharmonikern – Gegenbesuch
erwünscht!
1. Sopran (Magna Peccatrix): Turid Karlsen
2. Sopran (Una poenitentium): Melanie Kreuter
Sopran (Mater gloriosa): Victoria Granlund
1. Alt (Mulier Samaritana): Ulrike Schneider
2. Alt (Maria Aegyptiaca): Kismara Pessatti
Tenor (Doctor Marianus): Stefan Vinke
Bariton (Pater ecstaticus): Alexander Marco-Buhrmester
Bass (Pater profundus): Jacek Janiszewski
Musikverein Bielefeld
Oratorienchor Bielefeld
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